70 Jahre Handball - Festschrift

Die Geschichte des Lichtensteiner Handballs von 1927 bis 1997

1. Auftakt und Entwicklung des Handballspiels in Lichtenstein bis zum zweiten Weltkrieg
Der erste Versuch, in Lichtenstein Handball zu spielen, wurde bereits 1924 gemacht, nachdem 1917 das Feldhandballspiel in Deutschland entwickelt worden war. Otto Hergert brachte es mit nach Lichtenstein, nachdem er mit diesem Spiel an der damaligen "Deutschen Hochschule für Leibesübungen" in Berlin vertraut gemacht wurde und sich dafür begeisterte. Jedoch waren zu diesem Zeitpunkt seine Bemühungen in Lichtenstein noch nicht von Erfolg gekrönt. Die von ihm gebildete und trainierte Mannschaft löste sich nach einigen Monaten aus heute nicht mehr feststellbaren Gründen auf.

Aber bereits im Jahre 1927 kam das Handballspiel durch Felix Liebmann, einen Weber aus Callenberg, wieder zu neuem Leben. Anfangs wurde im Turnverein 1846 gespielt. Leichtathleten der Stadt schlossen sich mit einigen anderen interessierten Sportlern zu einer Männermannschaft zusammen. Schon damals galt es, gegen den ,,großen Bruder" Fußball zu bestehen. Mit den ersten Spielerfolgen fanden noch mehr Interessierte zum Handballsport. Somit konnte bald eine zweite Mannschaft gebildet werden, und die Zuschauerzahlen stiegen durchschnittlich auf 400-500 pro Spiel. Der Sportplatz des TV 1846 befand sich auf dem damals sogenannten Schützenhausplatz an der Michelner Straße, dem Gelände des Betriebes "Wattana".

Das nachstehende Bild ist auf diesem Sportplatz am 12. Januar 1930 aufgenommen. Das Datum zeigt uns, daß auch im Winter nur Feldhandball gespielt wurde. Hallenhandball kannte man in Deutschland zu dieser Zeit noch nicht. Die Größe des Handballs - auch erkennbar auf dem Bild - entsprach der des Fußballs.

 


von links nach rechts: Felix Liebmann (Mannschaftsleiter), Georg Liebmann, Walter Partum, Helmut Liebmann, Erich Neefe, Fritz Süß, Rudi Merkel, Hans Sickl, Erich Vogel, Hans Partum, Rudi Böhm, Kurt Ungetüm Zu dieser Mannschaft gehörten noch Werner Liebmann, Hans Vogel, Albert Martin und Horst Köhler

Durch Diskrepanzen im deutschen Sport kam auch die Sparte Handball damals in große Schwierigkeiten. Der größte Teil der Spieler wechselte Mitte 1930 zum VfL über, die Mannschaft des TV 1846 fiel auseinander. Die neu gegründete Mannschaft spielte auf dem VfL-Platz, dem Sportplatz an de Jugendherberge. Beim VfL erlebte der Lichtensteiner Handball seine erste Blütezeit (1931 - 1934).

 


1. Handballmannschaft des VfL Lichtenstein 1930

Dieser Mannschaft gelang ein schneller Aufstieg bis zur ,,Sächsischen Meisterklasse", der damals höchsten Spielklasse in Sachsen. Große Gegner waren z.B. Weißenfels, VfB Leipzig und Polizei Chemnitz. Gegen diese Mannschaften wurde im Entscheidungsspiel der Aufstieg geschafft.

Die nächsten beiden Bilder zeigen Ausschnitte aus dem Spiel VfL Lichtenstein gegen TuB Werdau. Schon damals wurde in den Farben unserer Stadt gespielt: rot-weiß gestreiftes Jersey und rote Hose.

 


Man beachte auch auf dem Bild die Platzverhältnisse!

 

Nun einige Gedanken zu den Verhältnissen, unter denen die Mannschaft damals spielte. Das Interesse am aktiven Sport war mit einigen persönlichen Opfern verbunden. Die gesamte Spielkleidung wurde von den Spielern, unter denen auch Arbeitslose waren, selbst gekauft. Die Beitragssätze waren hoch. Größere Entfernungen zu den Spielen wurden mit dem Fahrrad zurückgelegt. Fahrten mit der Eisenbahn mussten zum großen Teil aus eigener Tasche bezahlt werden. Zum Sporttreiben gehörte wirklich viel Idealismus.

Die Spielregeln des Großfeldhandballs veränderten sich ständig zur Vervollkommnung des Spiels (Technik und Taktik) und auch zur Attraktivität für die Zuschauer. Zunächst gab es, etwa in Höhe des heutigen Fußballstrafraums, eine Abseitslinie. Dieses widersprach dem Spielgedanken des schnelleren Handballspiels. Dann wurde das Abseits zugunsten der Dreifeldteilung abgeschafft. Damit konnten von den zehn Feldspielern maximal sechs stürmen und sechs verteidigen. Der Ballumfang wurde von der Größe des Fußballs bis auf die heutige handliche Größe nach und nach verringert. Das Herausschlagen des Balles aus der Hand war noch gestattet und führte z.T. zu schweren Handverletzungen. Rempeleien waren an der Tagesordnung und größtenteils nicht untersagt.

Obwohl 1917 der Berliner Turnwart Max Heiser das Handballspiel eigentlich für Frauen entwickelt hatte, gab es nur wenige Frauenmannschaften bis etwa 1930. Dieses änderte sich nach dem 2. Weltkrieg enorm.

In den Jahren 1933/34 löste sich die Handballsektion aus nicht mehr genau feststellbaren Gründen auf, es wurde ruhig um den Handballsport in Lichtenstein. Nachfolgend eines der letzten Fotos von der Handballmannschaft des VfL Lichtenstein.

 

2. Erste schwere Jahre des Lichtensteiner Handballs nach dem zweiten Weltkrieg
3. Spannung und Dramatik in der Callnberger Turnhalle
4. Die Frauenmannschaft - ein Turnier in Dresden
5. Vom Groß- zum Kleinfeld
6. Der Weg der Männermannschaft in die Bezirksliga
7. Der Wegfall des Großfeldspiels und die Umstellung auf das Kleinfeld
8. Neubeginn der Männermannschaft

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Der erste Versuch, in Lichtenstein Handball zu spielen, wurde bereits 1924 gemacht, nachdem 1917 das Feldhandballspiel in Deutschland entwickelt worden war. Otto Hergert brachte es mit nach Lichtenstein, nachdem er....mehr

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